Mittlerweile sind wir wieder zuhause und blicken zurück auf eine wunderbare Reise, die wir nur empfehlen können - ausser vielleicht dem Besuch in Hong Kong, der nicht unbedingt nötig ist, besonders wenn man Shanghai gesehen hat, die genialste City der heutigen Zeit!!
China hat uns sehr erstaunt und hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt. Auch als Individualist wird man mittlerweile überall freundlich empfangen und ernst genommen. Das Land bezaubert mit sehr freundlichen Menschen, spektakulären Landschaften, einer enormen Entwicklung die überall zu erkennen ist, sogar der Umweltschutz wird überall propagandiert! Wir haben ein gutes Gefühl und sind sicher, dass China touristisch noch ganz gross herauskommen wird!
Jetzt ist es eher noch ein wenig Geheimtipp, man weiss gar nicht, was da weit weg alles tolle verborgen ist, es ist sehr günstig und einfach ein ideales Reiseland, in dem wir sicher nicht das letzte Mal gewesen sind!
Donnerstag, 25. Juni 2009
Samstag, 6. Juni 2009
Kulturschock Hong Kong
Um nach Hong Kong zu gelangen, muss man aus China ausreisen und offizielle Zollformalitäten vornehmen, die wieder einmal eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Wir gelangen über Shenzen nach Hong Kong, und müssen dazu den Zug verlassen und danach mit einer Metro bis zum Stadtzentrum weiterfahren.
Der Kulturschock könnte grösser nicht sein – urplötzlich sind wir nicht mehr in China, geografisch zwar schon und seit ein paar Jahren eigentlich auch politisch, doch vom Auge und all den Verboten her ist Hong Kong von London kaum zu unterscheiden!
Da es Anja nicht so gut geht und sie im Zug ständig erbrechen musste, sind wir ja noch ganz froh, in einer „europäischen „ Welt zu sein, doch ehrlich gesagt frage ich mich schon bald, ob das wirklich besser ist… Ganz im Gegensatz zu den modernen chinesischen Städten sieht Hong Kong wie ein Relikt vergangener Zeiten aus, eine Stadt, die vielleicht in den 80er Jahren den grössten Glanz erlebt und mittlerweile hinter sich gelassen hat. Eine Stadt, deren Lack überall abgekratzt ist.
Ganz gut gelangen wir mit der Metro bis zu unserem Hotel in Kowloon. Wir wohnen im YMCA direkt am Victoria Harbour und haben eine wunderbare Sicht auf die ganze Skyline. Jeden abend um 8 Uhr findet eine Lichtshow statt, und die Wolkenkratzer senden verschiedene Laser- und Leuchtsignale. Auch das hatte ich mir noch ein wenig spektakulärer vorgestellt, wie sich auch bei unserem weiteren Aufenthalt herausstellt, hatte ich von Hong Kong ganz einfach zu viel erwartet. Ich hatte gedacht, die Stadt müsse alles bisherige übertreffen, doch das war weit gefehlt und wir hätten diese Destination wohl eher am Anfang der Reise besuchen sollen. Nicht zu vergessen dass wir nicht gerade bester Laune sind, weil Anja die ganze Zeit erbrechen muss und es auch noch extrem heiss und schwül ist….
Die berühmte Nathan Road, Goldene Meile der Stadt, besteht nur aus Markenartikelshops in denen wir nichts verloren haben. Einzige eine richtige Bäckerei vermag uns ein wenig zu begeistern. Die Star Ferry, die die Passagiere nach Hong Kong City bringt, sieht man ihre 100 Jahre auch aus weiter Ferne an und für das Tram zum Peak blättert man ein Vermögen hin. Überhaupt ist in Hong Kong alles 10 x so teuer wie im Resten China, und man bekommt trotzdem nicht mehr fürs Geld.
Auf dem Peak haben wir durchzogenes Wetter, doch der Bericht für die nächsten Tage ist noch schlechter. Mit dem Bus – einem Doppelstöcker wohlverstanden – fahren wir wieder vom Berg in 100 Kurven herunter. Mit einem anderen Bus – Taxis können wir uns hier keine mehr leisten, fahren wir eine lange Strecke bis nach Aberdeen, wo die Dschunken vor Anker liegen und die Leute auf den Schiffen wohnen. Hier ist auch der grosse Fischmarkt, der doch einen sehr sauberen Eindruck macht. Mit einer gratis Fähre lassen wir uns zum Floating-Restaurant bringen, einem Gebilde aus Pontons auf denen mehrere Prunkvolle Speiserestaurants erbaut wurden.
Am nächsten Tag regnet es in Strömen und wir nutzen die Zeit. Um den Goldfisch Markt zu besuchen und ein wenig shoppen zu gehen. Endlich finde ich doch noch einen Markt der mir gefällt und ich kaufe nach Herzenslust ein. Kaum zurück im Hotel, geht es mir und Anja gar nicht mehr gut. Wir haben Bauchschmerzen, die nicht zum Aushalten sind, und alle unsere Medikamente nützen nichts. Beide erbrechen die ganze Zeit und es ist uns elend zu mute. So elend, dass ich am Schluss den Doktor rufen lasse, der für ein Vermögen von rund 700.- CHF uns im Hotel aufsucht und mit antibiotika versorgt. Ich bekomme noch eine menge weiterer Medikamente und es ist wieder einmal eigenartig zu sehen, dass unsere Heimapotheke oft im Ausland einfach wirkungslos ist!!! Nach Hongkongnesischer Rezeptur genesen wir relativ rasch wieder und können die weitere Reise – die in grosser Gefahr war, planmässig antreten.
Der Kulturschock könnte grösser nicht sein – urplötzlich sind wir nicht mehr in China, geografisch zwar schon und seit ein paar Jahren eigentlich auch politisch, doch vom Auge und all den Verboten her ist Hong Kong von London kaum zu unterscheiden!
Da es Anja nicht so gut geht und sie im Zug ständig erbrechen musste, sind wir ja noch ganz froh, in einer „europäischen „ Welt zu sein, doch ehrlich gesagt frage ich mich schon bald, ob das wirklich besser ist… Ganz im Gegensatz zu den modernen chinesischen Städten sieht Hong Kong wie ein Relikt vergangener Zeiten aus, eine Stadt, die vielleicht in den 80er Jahren den grössten Glanz erlebt und mittlerweile hinter sich gelassen hat. Eine Stadt, deren Lack überall abgekratzt ist.
Ganz gut gelangen wir mit der Metro bis zu unserem Hotel in Kowloon. Wir wohnen im YMCA direkt am Victoria Harbour und haben eine wunderbare Sicht auf die ganze Skyline. Jeden abend um 8 Uhr findet eine Lichtshow statt, und die Wolkenkratzer senden verschiedene Laser- und Leuchtsignale. Auch das hatte ich mir noch ein wenig spektakulärer vorgestellt, wie sich auch bei unserem weiteren Aufenthalt herausstellt, hatte ich von Hong Kong ganz einfach zu viel erwartet. Ich hatte gedacht, die Stadt müsse alles bisherige übertreffen, doch das war weit gefehlt und wir hätten diese Destination wohl eher am Anfang der Reise besuchen sollen. Nicht zu vergessen dass wir nicht gerade bester Laune sind, weil Anja die ganze Zeit erbrechen muss und es auch noch extrem heiss und schwül ist….
Die berühmte Nathan Road, Goldene Meile der Stadt, besteht nur aus Markenartikelshops in denen wir nichts verloren haben. Einzige eine richtige Bäckerei vermag uns ein wenig zu begeistern. Die Star Ferry, die die Passagiere nach Hong Kong City bringt, sieht man ihre 100 Jahre auch aus weiter Ferne an und für das Tram zum Peak blättert man ein Vermögen hin. Überhaupt ist in Hong Kong alles 10 x so teuer wie im Resten China, und man bekommt trotzdem nicht mehr fürs Geld.
Auf dem Peak haben wir durchzogenes Wetter, doch der Bericht für die nächsten Tage ist noch schlechter. Mit dem Bus – einem Doppelstöcker wohlverstanden – fahren wir wieder vom Berg in 100 Kurven herunter. Mit einem anderen Bus – Taxis können wir uns hier keine mehr leisten, fahren wir eine lange Strecke bis nach Aberdeen, wo die Dschunken vor Anker liegen und die Leute auf den Schiffen wohnen. Hier ist auch der grosse Fischmarkt, der doch einen sehr sauberen Eindruck macht. Mit einer gratis Fähre lassen wir uns zum Floating-Restaurant bringen, einem Gebilde aus Pontons auf denen mehrere Prunkvolle Speiserestaurants erbaut wurden.
Am nächsten Tag regnet es in Strömen und wir nutzen die Zeit. Um den Goldfisch Markt zu besuchen und ein wenig shoppen zu gehen. Endlich finde ich doch noch einen Markt der mir gefällt und ich kaufe nach Herzenslust ein. Kaum zurück im Hotel, geht es mir und Anja gar nicht mehr gut. Wir haben Bauchschmerzen, die nicht zum Aushalten sind, und alle unsere Medikamente nützen nichts. Beide erbrechen die ganze Zeit und es ist uns elend zu mute. So elend, dass ich am Schluss den Doktor rufen lasse, der für ein Vermögen von rund 700.- CHF uns im Hotel aufsucht und mit antibiotika versorgt. Ich bekomme noch eine menge weiterer Medikamente und es ist wieder einmal eigenartig zu sehen, dass unsere Heimapotheke oft im Ausland einfach wirkungslos ist!!! Nach Hongkongnesischer Rezeptur genesen wir relativ rasch wieder und können die weitere Reise – die in grosser Gefahr war, planmässig antreten.
Dienstag, 2. Juni 2009
Guilin & Li-River
Guilin ist eine geschäftige Stadt und zum Glück erscheint sie sauberer und gepflegter als Kunming. Vielleicht liegt das zwar auch daran, dass es heute ab und zu regnet, aber auf jeden Fall sind wir froh, nun hier zu sein. Wir wohnen im Lakeside Inn, einem sehr hübschen Gästehaus mit nur drei Zimmern direkt neben dem See mit seinen hübschen Pagoden.
Aufgrund des unbeständigen Wetters entschliessen wir uns kurz nach unserer Ankunft, mit dem Bus zur berühmten Schilfrohrflötenhöhle zu fahren. Das geht soweit ganz gut, ausser dass sich immer mehr Menschen in den Bus drängen und als dieser eine Vollbremsung macht, die ganze Menschenmasse und auch wir unseren Halt verlieren und uns nur mit viel Glück nicht verletzen. Der Bus ist superbillig, 1 Yuan im Gegensatz zu etwa 30 Yuan die das Taxi für diese Strecke kosten würde. Wir wissen bereits, dass man in Guilin aufpassen muss – die 13 Millionen Touristen die pro Jahr herkommen, haben nicht nur Gutes angerichtet, und so sind viele Leute zu regelrechten Touristenjägern geworden, und am Schluss unseres Aufenthaltes werden wir die Einladung zur Fahrt mit dem traditionellen Bambus-Boot nicht mehr hören können…
Doch nun wandern wir zur Schilfrohrflötenhöhle hinauf, es regnet ab und zu, ist aber immer noch sehr heiss. Zum Rundgang in der Höhle wird man einer Führung zugeteilt, damit man keinen Schaden anrichtet (ja, es gibt tatsächlich Leute, die Tropfsteine abbrechen und als Souvenir mitnehmen oder verkaufen…!!). Die Höhle ist der Wahn, riesengross, mit verschiedenen Seen und einem Bach, und mit einer Beleuchtung inszeniert, die für die einen vielleicht kitschig wirken mag, in Natura aber wirklich sehr gut aussieht.
Am nächsten Tag werden wir wieder von einem Alex im Gästehaus abgeholt und fahren mit dem Minibus etwa 30 Minuten bis zur Schiffsstation, von wo aus wir nun unsere Schifffahrt auf dem wunderschönen Li-Fluss starten werden. Der Zirkus hier ist unglaublich – bis zu 150 Schiffe legen die Strecke bis Yangshou pro Tag zurück, jedes Schiff fast rund 150 Touristen! Hier sehen wir das erste mal relativ viele Touristenbusse und Gruppen, wobei es sich aber immer noch recht gut verteilt und uns zum Glück nicht weiter stört. Wir haben das Schiff Nr. 3, und dürfen im oberen Stock zuvorderst Platz nehmen. Nach der Abfahrt kann man sich auch auf dem offenen Oberdeck aufhalten um rundherum zu fotografieren. Die Fahrt und die Landschaft sind atemberaubend, es gibt nichts Vergleichbares und ist nur verständlich, dass es so viele Touristen anzieht. Der Li-River schlängelt sich in unzähligen Kurven durch die spektakuläre Karstlandschaft, überall sieht man wieder Fischerdörfer und Inselchen, auf denen Wasserbüffel weiden, tausende Bambusschiffe tuckern den Flussabwärts, und wir mit ihnen. Ganz eigenartig ist die Fahrweise, obwohl es jetzt viel Wasser hat, müssen sich die Schiffe trotzdem den Weg zwischen den Sandbänken und sonstigen Hindernissen suchen, und fahren oft ganz lustig im Zickzack den Fluss hinab. Zwischen Yangdi und Xingping kommt die schönste Strecke, und unsere Kamera läuft langsam heiss. Wir fahren an Xingping vorbei bis nach Yangshou, obwohl wir später hier übernachten werden, doch Yangshou möchten wir auch gerne noch sehen und die Flussfahrt auch im Ganzen erleben, obwohl sie nach Xingping nicht mehr so spannend ist.
Yangshou ist eine weitere Touristenhochburg – früher einmal Lonely-Planet Geheimtipp, ist die 300 Meter lange Fussgängerzone heute völlig überlaufen und wir sind froh, bald das Gewühl hinter uns zu haben. Mit dem Minibus, der übrigens auch unser schweres Gepäck transportiert hat, fahren wir nun rund 40 Minuten bis nach Xingping, immer noch durch tolle Landschaft. Xingping ist heute der Geheimtipp, wenn man noch etwas Ursprünglichkeit sucht. Zwar halten tagsüber auch Miriaden von Touristen hier an, doch die sind auch schnell wieder weg und es kehrt bald Ruhe ein. Interessant ist, das Xingping eigentlich die älteste Stadt der Region ist und vor allen anderen ihre Blütezeit erlebte. Man kann noch viele alte Häuser aus vergangenen Dynastien sehen und trifft hier auf das echte Leben.
Ganz toll ist die Wanderung, die wir am nächsten Tag unternehmen. Entlang des Flusses gelangen wir durch ganz ursprüngliche Bauerndörfer und können den Menschen bei der Arbeit zusehen. Wir sind überrascht, wie wenig Reisfelder wir eigentlich bis jetzt gesehen haben. Auch hier wird mehr Mais als Reis gepflanzt, und der Boden auch sonst ganz abwechslungsreich bewirtschaftet. Keine riesen Monowirtschaft, nein kleine Felder mit allerlei Früchten und Gemüsen bepflanzt.
In der Nähe von Xingping betreiben lokale kleine Restaurants, genau das Richtige, um uns auf unserer Wanderung zu stärken! Tatsächlich bekommen wir ein sehr feines Essen auf der Bambusterrasse über dem Li-River und sehen den Booten zu, die den Fluss hinuntertreiben.
Wir wohnen in der Jugendherberge in Xingping und haben dort ein Privatzimmer mit Balkon und Aussicht auf den Fluss und die Karstberge. Die Leute hier am Fluss sind wieder ganz anders als in anderen Teilen Chinas, irgendwie langsamer, aber natürlich auch weit weg von der nächsten Stadt und daher weniger technologisiert. Es dauert manchmal etwas lange, bis man etwas erklärt hat, und so ist es auch sehr kompliziert, unsere Rückfahrt nach Guilin zu organisieren. Schliesslich ist doch noch alles klar und ein Minibus fährt uns während rund 2.5 Stunden zurück in die Stadt, wo wir freundlicherweise unser Gepäck wieder beim Lakeside Inn einstellen dürfen.
Die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges Richtung Hong Kong vertreiben wir im Seven Star Park, einem der ältesten Parks Chinas mit hübschen Anlagen wie Wasserfällen und Springbrunnen, aber auch eine Höhle und ein Karstberg in Kamelform gehören dazu. Der Zoo ist dem Zerfall preisgegeben und die Tiere siechen regelrecht dahin, ein trauriger Anblick den wir bisher jetzt gar nicht so gewohnt waren.
Ich habe noch vergessen zu sagen, dass seit der letzten Nacht in Xingping unser Sohn Sascha Probleme machte. Er bekam starken Durchfall, was dem Kleinen schnell jegliche Kraft nahm, und weinte fast die halbe Nacht. Tagsüber in Guilin ging es wieder einigermassen, doch unser Zug fuhr erst um halb Zehn, und es war sehr schwierig, ihn solange zu beruhigen… Wir waren deshalb sehr froh, als wir im Zug sassen, und die Kinder zum Schlafen bringen konnten….
Link zum Webalbum:
Aufgrund des unbeständigen Wetters entschliessen wir uns kurz nach unserer Ankunft, mit dem Bus zur berühmten Schilfrohrflötenhöhle zu fahren. Das geht soweit ganz gut, ausser dass sich immer mehr Menschen in den Bus drängen und als dieser eine Vollbremsung macht, die ganze Menschenmasse und auch wir unseren Halt verlieren und uns nur mit viel Glück nicht verletzen. Der Bus ist superbillig, 1 Yuan im Gegensatz zu etwa 30 Yuan die das Taxi für diese Strecke kosten würde. Wir wissen bereits, dass man in Guilin aufpassen muss – die 13 Millionen Touristen die pro Jahr herkommen, haben nicht nur Gutes angerichtet, und so sind viele Leute zu regelrechten Touristenjägern geworden, und am Schluss unseres Aufenthaltes werden wir die Einladung zur Fahrt mit dem traditionellen Bambus-Boot nicht mehr hören können…
Doch nun wandern wir zur Schilfrohrflötenhöhle hinauf, es regnet ab und zu, ist aber immer noch sehr heiss. Zum Rundgang in der Höhle wird man einer Führung zugeteilt, damit man keinen Schaden anrichtet (ja, es gibt tatsächlich Leute, die Tropfsteine abbrechen und als Souvenir mitnehmen oder verkaufen…!!). Die Höhle ist der Wahn, riesengross, mit verschiedenen Seen und einem Bach, und mit einer Beleuchtung inszeniert, die für die einen vielleicht kitschig wirken mag, in Natura aber wirklich sehr gut aussieht.
Am nächsten Tag werden wir wieder von einem Alex im Gästehaus abgeholt und fahren mit dem Minibus etwa 30 Minuten bis zur Schiffsstation, von wo aus wir nun unsere Schifffahrt auf dem wunderschönen Li-Fluss starten werden. Der Zirkus hier ist unglaublich – bis zu 150 Schiffe legen die Strecke bis Yangshou pro Tag zurück, jedes Schiff fast rund 150 Touristen! Hier sehen wir das erste mal relativ viele Touristenbusse und Gruppen, wobei es sich aber immer noch recht gut verteilt und uns zum Glück nicht weiter stört. Wir haben das Schiff Nr. 3, und dürfen im oberen Stock zuvorderst Platz nehmen. Nach der Abfahrt kann man sich auch auf dem offenen Oberdeck aufhalten um rundherum zu fotografieren. Die Fahrt und die Landschaft sind atemberaubend, es gibt nichts Vergleichbares und ist nur verständlich, dass es so viele Touristen anzieht. Der Li-River schlängelt sich in unzähligen Kurven durch die spektakuläre Karstlandschaft, überall sieht man wieder Fischerdörfer und Inselchen, auf denen Wasserbüffel weiden, tausende Bambusschiffe tuckern den Flussabwärts, und wir mit ihnen. Ganz eigenartig ist die Fahrweise, obwohl es jetzt viel Wasser hat, müssen sich die Schiffe trotzdem den Weg zwischen den Sandbänken und sonstigen Hindernissen suchen, und fahren oft ganz lustig im Zickzack den Fluss hinab. Zwischen Yangdi und Xingping kommt die schönste Strecke, und unsere Kamera läuft langsam heiss. Wir fahren an Xingping vorbei bis nach Yangshou, obwohl wir später hier übernachten werden, doch Yangshou möchten wir auch gerne noch sehen und die Flussfahrt auch im Ganzen erleben, obwohl sie nach Xingping nicht mehr so spannend ist.
Yangshou ist eine weitere Touristenhochburg – früher einmal Lonely-Planet Geheimtipp, ist die 300 Meter lange Fussgängerzone heute völlig überlaufen und wir sind froh, bald das Gewühl hinter uns zu haben. Mit dem Minibus, der übrigens auch unser schweres Gepäck transportiert hat, fahren wir nun rund 40 Minuten bis nach Xingping, immer noch durch tolle Landschaft. Xingping ist heute der Geheimtipp, wenn man noch etwas Ursprünglichkeit sucht. Zwar halten tagsüber auch Miriaden von Touristen hier an, doch die sind auch schnell wieder weg und es kehrt bald Ruhe ein. Interessant ist, das Xingping eigentlich die älteste Stadt der Region ist und vor allen anderen ihre Blütezeit erlebte. Man kann noch viele alte Häuser aus vergangenen Dynastien sehen und trifft hier auf das echte Leben.
Ganz toll ist die Wanderung, die wir am nächsten Tag unternehmen. Entlang des Flusses gelangen wir durch ganz ursprüngliche Bauerndörfer und können den Menschen bei der Arbeit zusehen. Wir sind überrascht, wie wenig Reisfelder wir eigentlich bis jetzt gesehen haben. Auch hier wird mehr Mais als Reis gepflanzt, und der Boden auch sonst ganz abwechslungsreich bewirtschaftet. Keine riesen Monowirtschaft, nein kleine Felder mit allerlei Früchten und Gemüsen bepflanzt.
In der Nähe von Xingping betreiben lokale kleine Restaurants, genau das Richtige, um uns auf unserer Wanderung zu stärken! Tatsächlich bekommen wir ein sehr feines Essen auf der Bambusterrasse über dem Li-River und sehen den Booten zu, die den Fluss hinuntertreiben.
Wir wohnen in der Jugendherberge in Xingping und haben dort ein Privatzimmer mit Balkon und Aussicht auf den Fluss und die Karstberge. Die Leute hier am Fluss sind wieder ganz anders als in anderen Teilen Chinas, irgendwie langsamer, aber natürlich auch weit weg von der nächsten Stadt und daher weniger technologisiert. Es dauert manchmal etwas lange, bis man etwas erklärt hat, und so ist es auch sehr kompliziert, unsere Rückfahrt nach Guilin zu organisieren. Schliesslich ist doch noch alles klar und ein Minibus fährt uns während rund 2.5 Stunden zurück in die Stadt, wo wir freundlicherweise unser Gepäck wieder beim Lakeside Inn einstellen dürfen.
Die Zeit bis zur Abfahrt unseres Zuges Richtung Hong Kong vertreiben wir im Seven Star Park, einem der ältesten Parks Chinas mit hübschen Anlagen wie Wasserfällen und Springbrunnen, aber auch eine Höhle und ein Karstberg in Kamelform gehören dazu. Der Zoo ist dem Zerfall preisgegeben und die Tiere siechen regelrecht dahin, ein trauriger Anblick den wir bisher jetzt gar nicht so gewohnt waren.
Ich habe noch vergessen zu sagen, dass seit der letzten Nacht in Xingping unser Sohn Sascha Probleme machte. Er bekam starken Durchfall, was dem Kleinen schnell jegliche Kraft nahm, und weinte fast die halbe Nacht. Tagsüber in Guilin ging es wieder einigermassen, doch unser Zug fuhr erst um halb Zehn, und es war sehr schwierig, ihn solange zu beruhigen… Wir waren deshalb sehr froh, als wir im Zug sassen, und die Kinder zum Schlafen bringen konnten….
Link zum Webalbum:
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| Guilin-Webalbum |
Kunming – Guilin
In Kunming hat es wieder einen modernen Bahnhof mit einem unterirdischen Taxistand. Wir haben den ganzen Tag Aufenthalt und weil wir keine Lust haben, mit den Kindern und Gepäck 10 Stunden in der Stadt herumzurennen, haben wir ein Tageszimmer gemietet. Dies liegt ganz in der Nähe des Bahnhofs in einem schönen 4-Sterne Hotel. Das beste daran ist aber das Frühstücksbüffet im 23. Stock, für mich das erste richtige Essen seit vielen Tagen, und auch der Rest der Familie schlägt zu, als hätten wir 14 Tage nichts mehr gegessen! Endlich einmal Brot, das nach Brot schmeckt, Confiture, ein gutes Kafi, Müesli und das beste: eine Jogurtmaschine, aus der man ein Jogurt nach dem anderen rauslassen kann!
Das chinesische Essen ist ja ganz gut und recht, doch für unsere Mägen halt schon sehr gewöhnungsbedürftig. Grösste Schwierigkeit ist natürlich herauszufinden, was wirklich schmeckt, und so essen wir meist sehr einseitig. Die meisten Gerichte sind scharf gewürzt, was unsere Kinder nicht essen können, so bleiben Ihnen Pommes Frites oder Reis. Manchmal gibt es auch sweet-and-sour, das ganz gut schmeckt und nicht scharf ist, oder sonst was gutes, doch im grossen und ganzen ist die Ernährung relativ schwierig und wir nehmen regelmässig Vitamintabletten. Ich habe auch herausgefunden, warum es mir immer so schwindlig ist und einfach lange nicht besser wurde. Durch das Erbrechen und Schwitzen und Durchfall hatte ich soviele Mineralstoffe verloren, die nun wieder aufgebaut werden müssen. Isotonic heisst das Zauberwort, oder auch eine Elektrolytlösung tut ihre Dienste und schon bald geht es wieder recht gut.
Das was wir von Kunming sehen, begeistert nicht wirklich. Es ist die erste Stadt, die uns wirklich schmutzig erscheint, und die Gerüche in den Strassen hinter der modernen Hauptstrasse kehren einem am morgen früh fast den Magen um. Es ist heiss und stickig, und nach einem kurzen Rundgang gehen wir schnell wieder ins Hotel um noch ein paar Arbeiten zu erledigen.
Am Abend fahren wir mit dem Zug nach Guilin. Dieses Mal haben wir wieder einen tollen Zug mit weichen Betten und einer freundlichen Zugbegleiterin. Ein junges Ehepaar hat sich in unsere Kinder verliebt und übernimmt den Hütedienst, wir können froh sein, wenn wir überhaupt noch Platz im Abteil finden! Doch den Kindern gefällts natürlich wenn sie soviel Aufmerksamkeit bekommen, und die ganze Zugfahrt verläuft sehr angenehm. Ständig kommt jemand mit Essen oder Trinken vorbei, sogar Spielzeug wird verkauft. Mehr zu Guilin im nächsten Bericht.
Das chinesische Essen ist ja ganz gut und recht, doch für unsere Mägen halt schon sehr gewöhnungsbedürftig. Grösste Schwierigkeit ist natürlich herauszufinden, was wirklich schmeckt, und so essen wir meist sehr einseitig. Die meisten Gerichte sind scharf gewürzt, was unsere Kinder nicht essen können, so bleiben Ihnen Pommes Frites oder Reis. Manchmal gibt es auch sweet-and-sour, das ganz gut schmeckt und nicht scharf ist, oder sonst was gutes, doch im grossen und ganzen ist die Ernährung relativ schwierig und wir nehmen regelmässig Vitamintabletten. Ich habe auch herausgefunden, warum es mir immer so schwindlig ist und einfach lange nicht besser wurde. Durch das Erbrechen und Schwitzen und Durchfall hatte ich soviele Mineralstoffe verloren, die nun wieder aufgebaut werden müssen. Isotonic heisst das Zauberwort, oder auch eine Elektrolytlösung tut ihre Dienste und schon bald geht es wieder recht gut.
Das was wir von Kunming sehen, begeistert nicht wirklich. Es ist die erste Stadt, die uns wirklich schmutzig erscheint, und die Gerüche in den Strassen hinter der modernen Hauptstrasse kehren einem am morgen früh fast den Magen um. Es ist heiss und stickig, und nach einem kurzen Rundgang gehen wir schnell wieder ins Hotel um noch ein paar Arbeiten zu erledigen.
Am Abend fahren wir mit dem Zug nach Guilin. Dieses Mal haben wir wieder einen tollen Zug mit weichen Betten und einer freundlichen Zugbegleiterin. Ein junges Ehepaar hat sich in unsere Kinder verliebt und übernimmt den Hütedienst, wir können froh sein, wenn wir überhaupt noch Platz im Abteil finden! Doch den Kindern gefällts natürlich wenn sie soviel Aufmerksamkeit bekommen, und die ganze Zugfahrt verläuft sehr angenehm. Ständig kommt jemand mit Essen oder Trinken vorbei, sogar Spielzeug wird verkauft. Mehr zu Guilin im nächsten Bericht.
Dali
Mit viel Medikamente liess sich mein Zustand soweit stabilisieren, dass wir uns auf die 3stündige Busfahrt von Lijang nach Dali wagten. Ich hoffte vor allem, dass es mir auf etwas geringerer Höhe eher wieder besser gehen würde.
Unser Bus war sehr klein und flitzte über die Strassen, es wurde alles überholt was man überholen kann und ich musste wirklich erst mal leer schlucken und hoffen, dass die Fahrt gut ausgeht. Doch die Chinesen haben Routine und fahren die Strecke immer und immer wieder, zwar gibt es auch viele Unfälle, aber in den meisten Fällen geht die Fahrt glimpflich aus. Die Strecke führt durch herrliche Landschaft, durch Berge und fruchtbare Ebenen in denen die Bauern ihre Reisefelder bestellen.
Nach dem Mittag kommen wir in Dali an und steigen bei der Altstadt aus, in deren Nähe wir wohnen werden. Im Gästehaus werden wir schon erwartet und ich bin froh, die Reise soweit überstanden zu haben und nun noch Zeit zur Erholung zu haben.
Gegen Abend erkunden wir die Altstadt, deren Häuser alle mit wunderbaren Malereien verziert sind. Die Altstadt ist klein, die Fussgängerzone ein paar Hundert Meter lang, aber zusammen mit den drei Pagoden die als eines der Wahrzeichen Chinas gelten, macht Dali Lijiang ziemlich Konkurrenz. Wir selber können den Vergleich nicht nachvollziehen, hier herrscht ein ganz anderes Leben, ein anderes Volk, ein anderes Klima. Auf der Strasse können wir dem Zahnarzt bei der Arbeit zusehen, und gleich nebenan liegen Patienten mit Infusion in der 1.-Hilfe-Klinik. Ein paar Häuser weiter verkauft eine Frau neben Gemüse auch frischen Aal oder lebendige Kröten – hier treffen wir erstmals auf das China, von dem man immer hört.
Die Pagoden schauen wir nur von aussen an, da der Eintritt pro Person fast 20 CHF beträgt, eine Menge Geld das wirklich nicht nötig ist zum Ausgeben, denn die Bauten sind man von allen Seiten auch ausserhalb der Ummauerung.
Im Gästehaus treffen wir eine belgische Familie mit zwei Buben im Alter von 2.5 und 4.5 Jahren. Unsere Kinder sind happy und die vier toben den ganzen Tag rum. Die Belgier sind drei Monate unterwegs und waren mit den Kindern vier Wochen in Laos, abseits jeglicher medizinischer Versorgungsmöglichkeiten. Überhaupt dünkt mich, wir sehen immer mehr Leute mit Kindern reisen, ein positiver Aspekt, der mich sehr freut!
Am Abend verlassen wir Dali mit dem Zug nach Kunming. Der Bahnhof ist ein kleiner Albtraum, hier herrscht das Chaos pur. Endlich entdeckt uns die Bahnhofvorsteherin und geleitet uns zu einem separaten Eingang, natürlich nicht ganz uneigennütz, denn das ganze Personal will sich unsere Kinder ansehen. Dafür dürfen wir als erste zum Zug, der diesmal doppelstöckig ist. Ganz hübsch eingerichtet, aber doch eher unpraktisch, da aufgrund der Platzverhältnisse die Ablageflächen fehlen. Die Fahrt ist ebenfalls schrecklich, unser Abteil ist genau auf den Rädern und die Strecke ist extrem ruppig, so dass ich die halbe Nacht befürchte, aus dem oberen Bett zu fallen. Mein Magen und der ganze Zustand ist auch noch nicht in Ordnung, und die Rumpelfahrt nicht gerade das beste in dem Moment. So sind wir sehr froh, als wir am nächsten Morgen endlich in Kunming ankommen.
Unser Bus war sehr klein und flitzte über die Strassen, es wurde alles überholt was man überholen kann und ich musste wirklich erst mal leer schlucken und hoffen, dass die Fahrt gut ausgeht. Doch die Chinesen haben Routine und fahren die Strecke immer und immer wieder, zwar gibt es auch viele Unfälle, aber in den meisten Fällen geht die Fahrt glimpflich aus. Die Strecke führt durch herrliche Landschaft, durch Berge und fruchtbare Ebenen in denen die Bauern ihre Reisefelder bestellen.
Nach dem Mittag kommen wir in Dali an und steigen bei der Altstadt aus, in deren Nähe wir wohnen werden. Im Gästehaus werden wir schon erwartet und ich bin froh, die Reise soweit überstanden zu haben und nun noch Zeit zur Erholung zu haben.
Gegen Abend erkunden wir die Altstadt, deren Häuser alle mit wunderbaren Malereien verziert sind. Die Altstadt ist klein, die Fussgängerzone ein paar Hundert Meter lang, aber zusammen mit den drei Pagoden die als eines der Wahrzeichen Chinas gelten, macht Dali Lijiang ziemlich Konkurrenz. Wir selber können den Vergleich nicht nachvollziehen, hier herrscht ein ganz anderes Leben, ein anderes Volk, ein anderes Klima. Auf der Strasse können wir dem Zahnarzt bei der Arbeit zusehen, und gleich nebenan liegen Patienten mit Infusion in der 1.-Hilfe-Klinik. Ein paar Häuser weiter verkauft eine Frau neben Gemüse auch frischen Aal oder lebendige Kröten – hier treffen wir erstmals auf das China, von dem man immer hört.
Die Pagoden schauen wir nur von aussen an, da der Eintritt pro Person fast 20 CHF beträgt, eine Menge Geld das wirklich nicht nötig ist zum Ausgeben, denn die Bauten sind man von allen Seiten auch ausserhalb der Ummauerung.
Im Gästehaus treffen wir eine belgische Familie mit zwei Buben im Alter von 2.5 und 4.5 Jahren. Unsere Kinder sind happy und die vier toben den ganzen Tag rum. Die Belgier sind drei Monate unterwegs und waren mit den Kindern vier Wochen in Laos, abseits jeglicher medizinischer Versorgungsmöglichkeiten. Überhaupt dünkt mich, wir sehen immer mehr Leute mit Kindern reisen, ein positiver Aspekt, der mich sehr freut!
Am Abend verlassen wir Dali mit dem Zug nach Kunming. Der Bahnhof ist ein kleiner Albtraum, hier herrscht das Chaos pur. Endlich entdeckt uns die Bahnhofvorsteherin und geleitet uns zu einem separaten Eingang, natürlich nicht ganz uneigennütz, denn das ganze Personal will sich unsere Kinder ansehen. Dafür dürfen wir als erste zum Zug, der diesmal doppelstöckig ist. Ganz hübsch eingerichtet, aber doch eher unpraktisch, da aufgrund der Platzverhältnisse die Ablageflächen fehlen. Die Fahrt ist ebenfalls schrecklich, unser Abteil ist genau auf den Rädern und die Strecke ist extrem ruppig, so dass ich die halbe Nacht befürchte, aus dem oberen Bett zu fallen. Mein Magen und der ganze Zustand ist auch noch nicht in Ordnung, und die Rumpelfahrt nicht gerade das beste in dem Moment. So sind wir sehr froh, als wir am nächsten Morgen endlich in Kunming ankommen.
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Lijang
Der Flughafen Lijang ist winzig klein, nur gut dass wir bei Nacht ankommen und nicht sehen, wie die Landebahn genau aussieht! Doch der Flug war sehr angenehm, wenn auch nur kurz (1 Std. 10 Min.). Wir werden von einem müden Naxi-Chauffeur erwartet, der uns zu unserer Unterkunft fährt. Sein Büssli ist so klein und schwach, dass es mit unserer Last kaum mehr den Berg hinaufkommt. Es ist ja kurz vor Mitternacht, unsere Kinder schlafen auf unserem Schoss, und der Fahrer muss sich ständig auf die Backe klatschen, um nicht auch einzuschlafen!! Eine Horror-Fahrt, und der Flughafen ist soweit ausserhalb, dass wir 45 Minuten Autofahren müssen und ich langsam nicht mehr sicher bin, ob wir überhaupt jemals ankommen werden. Doch gottseidank kann der Fahrer vor unsere Herberge fahren, was in der Altstadt von Lijang absolut nicht selbstverständlich ist, und wir werden dort schon sehnsüchtig erwartet und gleich in unser hübsches Zimmer im japanischen Stil gebracht.
Am nächsten Tag wollen wir zum Schwarzen Drachenteichpark, von wo man eine schöne Aussicht auf den über 5000 Meter hohen Jadedrachen-Schneeberg hat. Noch im Hostel lernen wir den Chinesen Jack kennen, der hier auch ein paar Tage Urlaub macht und aus Peking stammt. Er möchte uns begleiten, was für uns natürlich nur Vorteile hat. So kostet der Minibus die Hälfte wie wenn wir alleine fahren würden, und Jack kann alles übersetzen. Auch mit dem Wetter haben wir Glück, obwohl der Gipfel des Jadedrachen-Schneeberges seine Gletscher in den Wolken versteckt behält. Lijang besteht aus verschiedenen Stadtteilen, und für Touristen interessant sind die Altstadt von Lijiang selbst und die Altstadt von Shuhue.
Lijiang liegt in den Ausläufern des Himalaya auf einer Höhe von 2600 Metern über Meer. Hier lebt die Minderheit der Naxi, eines sehr schönen Volkes mit einem grossen Hang zur Musik. Die Naxi haben eine ganz besondere Architektur und jedes Haus hat einen hübschen Innenhof, und die Häuser in der Altstadt sind mit Tausenden roten Laternen verziert, die der Altstadt zusammen mit den mitten hindurchfliessenden Bächlein mit ihren Goldfischen ein äusserst romantisches Aussehen verleihen.
Wir besuchen mit Jack die Altstadt von Lijiang und kosten überall die lokalen Spezialitäten wie Maiskolben, die auf der Strasse und auf den Fahrrädern (!!) gekocht werden. Später schleppe ich den Kinderwagen den ganzen Berg hinauf, was sich später als grosser Fehler herausstellt. Auf der anderen Seite dieses hügeligen Stadtteils setzen wir uns in ein hübsches Restaurant und essen zu mittag. Kaum habe ich fertiggegessen, werde ich schlagartig todmüde und kalter Schweiss überkommt mich wie dazumal in Afrika, als ich kurz danach dann das Bewusstsein verlor. Dieses Mal war ich etwas besser vorbereitet und stopfte mir sofort Dextro-Energen Sofortenergie in den Mund und Andi holte einen kalten Waschlappen, so konnten wir das Schlimmste vermeiden. Doch der Kreislauf war trotzdem dahin, es war einfach zuviel Rennerei ohne Akklimatisation, zu wenig zu trinken, zu heiss, dann noch am Tag vorher nicht das schlaueste Essen, und so lag ich den Rest der Zeit flach in einer der schönsten Städte Chinas!! Nur gut, dass wir das meiste schon vorher gesehen hatten!! Andi musste sich von nun an selber um die Kinder kümmern, zwei Tage war ich unfähig und danach auch nur halbwegs auf dem Damm, und wir wussten auch gar nicht, ob wir die Weiterreise nach Dali überhaupt antreten können. Doch davon im nächsten Bericht mehr…
Am nächsten Tag wollen wir zum Schwarzen Drachenteichpark, von wo man eine schöne Aussicht auf den über 5000 Meter hohen Jadedrachen-Schneeberg hat. Noch im Hostel lernen wir den Chinesen Jack kennen, der hier auch ein paar Tage Urlaub macht und aus Peking stammt. Er möchte uns begleiten, was für uns natürlich nur Vorteile hat. So kostet der Minibus die Hälfte wie wenn wir alleine fahren würden, und Jack kann alles übersetzen. Auch mit dem Wetter haben wir Glück, obwohl der Gipfel des Jadedrachen-Schneeberges seine Gletscher in den Wolken versteckt behält. Lijang besteht aus verschiedenen Stadtteilen, und für Touristen interessant sind die Altstadt von Lijiang selbst und die Altstadt von Shuhue.
Lijiang liegt in den Ausläufern des Himalaya auf einer Höhe von 2600 Metern über Meer. Hier lebt die Minderheit der Naxi, eines sehr schönen Volkes mit einem grossen Hang zur Musik. Die Naxi haben eine ganz besondere Architektur und jedes Haus hat einen hübschen Innenhof, und die Häuser in der Altstadt sind mit Tausenden roten Laternen verziert, die der Altstadt zusammen mit den mitten hindurchfliessenden Bächlein mit ihren Goldfischen ein äusserst romantisches Aussehen verleihen.
Wir besuchen mit Jack die Altstadt von Lijiang und kosten überall die lokalen Spezialitäten wie Maiskolben, die auf der Strasse und auf den Fahrrädern (!!) gekocht werden. Später schleppe ich den Kinderwagen den ganzen Berg hinauf, was sich später als grosser Fehler herausstellt. Auf der anderen Seite dieses hügeligen Stadtteils setzen wir uns in ein hübsches Restaurant und essen zu mittag. Kaum habe ich fertiggegessen, werde ich schlagartig todmüde und kalter Schweiss überkommt mich wie dazumal in Afrika, als ich kurz danach dann das Bewusstsein verlor. Dieses Mal war ich etwas besser vorbereitet und stopfte mir sofort Dextro-Energen Sofortenergie in den Mund und Andi holte einen kalten Waschlappen, so konnten wir das Schlimmste vermeiden. Doch der Kreislauf war trotzdem dahin, es war einfach zuviel Rennerei ohne Akklimatisation, zu wenig zu trinken, zu heiss, dann noch am Tag vorher nicht das schlaueste Essen, und so lag ich den Rest der Zeit flach in einer der schönsten Städte Chinas!! Nur gut, dass wir das meiste schon vorher gesehen hatten!! Andi musste sich von nun an selber um die Kinder kümmern, zwei Tage war ich unfähig und danach auch nur halbwegs auf dem Damm, und wir wussten auch gar nicht, ob wir die Weiterreise nach Dali überhaupt antreten können. Doch davon im nächsten Bericht mehr…
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Dienstag, 26. Mai 2009
Bei den Pandabären
Chengdu – welche Wohltat, erreichen wir über einen top-modernen Flughafen und werden sogleich von einer englischsprechenden netten Frau von Sim’s Cozy Guesthouse erwartet, wo wir die nächsten Tage wohnen werden. Die Stadt ist riesig, über zehn Millionen Einwohner, und die Fahrt vom Flughafen zum Gästehaus dauert rund 50 Minuten. Auf dies hatten wir uns lange gefreut, Sim und Maki haben selbst zwei Kinder (im gleichen Alter wie unsere ) und wir bekommen ein Familienzimmer mit Veranda und grossem Bett, plus ein Babybett. Alles sehr praktisch.
Wir besuchen den bekannten Wensu-Tempel, der an sich ganz hübsch ist und wo man viele Leute beobachten und Teetrinken kann. Den Tempeln in Shanghai oder Xian steht er aber eher hintenan. Das Teehaus ist witzig, Teetrinken ist in Chengdu eine wichtig Tradition. Man bestellt die Tassen und kann dann den ganzen Tag sitzen bleiben, da einem immer wieder nachgefüllt wird. Uns schmeckt der Tee jedoch nicht besonders und bald fahren wir mit dem Taxi quer durch die Stadt zum Riverview-Park, einer Art botanischer Garten für Bambusbäume. Dies ist etwas vom Besten was wir bisher gesehen haben und wir können den Besuch sehr empfehlen! Hier spielt das Leben, in unzähligen Teehäusern entlang des Flusses treffen sich vor allem die älteren Menschen zum Mahjongg spielen und wir glauben, dass man auf diese Art ein gutes Leben führen kann. Es ist angenehm im Schatten der bis zu 20 Meter hohen uralten Bambusbäume zu sitzen und den Tag zu geniessen. Sehr zur Freude von Anja hat es einen Spielplatz auf chinesische Art und sie will gar nie mehr von dort wegkommen.
Doch zum Glück bleibt ja noch der Besuch bei den Pandabären – das Highlight unserer Reise. Zusammen mit einer belgischen Familie und deren drei Kinder fahren wir zur Pandabären-Aufzuchtsstation. Zuerst können wir die „Teenager“ besuchen, diese sind rund zwei Jahre alt und wohl die aktivsten von allen. Man muss frühmorgens kommen, wenn sie noch nicht auf den Bäumen rumhängen und schlafen, sondern sich mit Bambus den Magen füllen. Die Bärchen sind ja so süss und unser Speicherchip der Kamera gerät ganz schön an seine Grenzen, denn jede Bewegung will natürlich festgehalten werden! Dann sind noch die Babys, die würde man am liebsten mitnehmen. Leider müssen sie heute drinbleiben, weil das Wetter nicht so toll ist und sie zum Schutz vor der Feuchtigkeit nicht ins Freie dürfen. Am Schluss bleiben noch die grossen Panda’s, die sich aber relativ weit weg aufhalten und wir deshalb nicht so gut beobachten können wie die Teenager, welche einfach allen die Show stehlen.
Am letzten Tag machen wir einen Spaziergang durch die berühmte Fussgängerzone, doch kaum haben wir sie betreten, werden wir gleich von der gesamten Menschenmenge regelrecht überfallen und müssen schauen, dass wir unsere Kinder aus dem Gewühl überhaupt wieder rausbekommen! Manchmal hat es mit der Begeisterung einfach auch Grenzen und wir wären lieber durchsichtig. Meistens geht es ganz gut, doch kaum hat ein Mensch unsere Kinder entdeckt und nimmt die Kamera hervor, kommen die Chinesen in Scharen.
Doch auch das überstehen wir und machen uns bereit für den Flug nach Lijiang, der aufgrund einer Flugplanänderung erst kurz vor 22 Uhr abends fliegt. Unsere Angst ist vergebens und am Flughafen werden wir normal eingecheckt und gehen durch die Sicherheitskontrolle, ohne das ein Mensch das Antibiotika oder sonstwas beanstandet! Es ist einfach eine andere Welt und das ist gut so. Unser Flieger hebt ab und wir verabschieden uns von dem Lichtermeer des nächtlichen Chengdu.
Wir besuchen den bekannten Wensu-Tempel, der an sich ganz hübsch ist und wo man viele Leute beobachten und Teetrinken kann. Den Tempeln in Shanghai oder Xian steht er aber eher hintenan. Das Teehaus ist witzig, Teetrinken ist in Chengdu eine wichtig Tradition. Man bestellt die Tassen und kann dann den ganzen Tag sitzen bleiben, da einem immer wieder nachgefüllt wird. Uns schmeckt der Tee jedoch nicht besonders und bald fahren wir mit dem Taxi quer durch die Stadt zum Riverview-Park, einer Art botanischer Garten für Bambusbäume. Dies ist etwas vom Besten was wir bisher gesehen haben und wir können den Besuch sehr empfehlen! Hier spielt das Leben, in unzähligen Teehäusern entlang des Flusses treffen sich vor allem die älteren Menschen zum Mahjongg spielen und wir glauben, dass man auf diese Art ein gutes Leben führen kann. Es ist angenehm im Schatten der bis zu 20 Meter hohen uralten Bambusbäume zu sitzen und den Tag zu geniessen. Sehr zur Freude von Anja hat es einen Spielplatz auf chinesische Art und sie will gar nie mehr von dort wegkommen.
Doch zum Glück bleibt ja noch der Besuch bei den Pandabären – das Highlight unserer Reise. Zusammen mit einer belgischen Familie und deren drei Kinder fahren wir zur Pandabären-Aufzuchtsstation. Zuerst können wir die „Teenager“ besuchen, diese sind rund zwei Jahre alt und wohl die aktivsten von allen. Man muss frühmorgens kommen, wenn sie noch nicht auf den Bäumen rumhängen und schlafen, sondern sich mit Bambus den Magen füllen. Die Bärchen sind ja so süss und unser Speicherchip der Kamera gerät ganz schön an seine Grenzen, denn jede Bewegung will natürlich festgehalten werden! Dann sind noch die Babys, die würde man am liebsten mitnehmen. Leider müssen sie heute drinbleiben, weil das Wetter nicht so toll ist und sie zum Schutz vor der Feuchtigkeit nicht ins Freie dürfen. Am Schluss bleiben noch die grossen Panda’s, die sich aber relativ weit weg aufhalten und wir deshalb nicht so gut beobachten können wie die Teenager, welche einfach allen die Show stehlen.
Am letzten Tag machen wir einen Spaziergang durch die berühmte Fussgängerzone, doch kaum haben wir sie betreten, werden wir gleich von der gesamten Menschenmenge regelrecht überfallen und müssen schauen, dass wir unsere Kinder aus dem Gewühl überhaupt wieder rausbekommen! Manchmal hat es mit der Begeisterung einfach auch Grenzen und wir wären lieber durchsichtig. Meistens geht es ganz gut, doch kaum hat ein Mensch unsere Kinder entdeckt und nimmt die Kamera hervor, kommen die Chinesen in Scharen.
Doch auch das überstehen wir und machen uns bereit für den Flug nach Lijiang, der aufgrund einer Flugplanänderung erst kurz vor 22 Uhr abends fliegt. Unsere Angst ist vergebens und am Flughafen werden wir normal eingecheckt und gehen durch die Sicherheitskontrolle, ohne das ein Mensch das Antibiotika oder sonstwas beanstandet! Es ist einfach eine andere Welt und das ist gut so. Unser Flieger hebt ab und wir verabschieden uns von dem Lichtermeer des nächtlichen Chengdu.
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